Nachwuchstreffen 2012

Teilnehmer kommen aus Hamburg, Leipzig, Stuttgart - und sogar Wien

Die Gäste des Nachwuchstreffens Berlin 2012 waren zum Teil weit gereist, um sich über aktuelle Themen rund um Buchhandel und Verlag zu informieren oder Gleichgesinnte zu treffen. Diese positive Entwicklung freute die OrganisatorInnen der Veranstaltung, darunter das Nachwuchsnetzwerk »NaNe« und die Jungen Verlagsmenschen, in besonderem Maße.

BB_Nachwuchstreffen12_2© Landesverband Berlin-Brandenburg

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Bei Kaffee und Kuchen konnten die Auszubildenden, VolontärInnen und BerufseinsteigerInnen neue Energie sammeln, bevor der Beginn der Veranstaltung mit einer Diskussionsrunde zum Thema »Gesellschaft ohne Urheberrecht?« eingeläutet wurde. Das konstruktiv geführte Gespräch von Lars Fischer (Spektrum der Wissenschaft), Kai Hensel (Autor), Kilian Kissling (Argon Verlag), Enno Lenze (Piratenpartei/Berlin Story Verlag) und Isabell Serauky (RAin, Anwaltssozietät Jurati) zeigte, dass alle DiskussionsteilnehmerInnen das Urheberecht als wertvolles Gut betrachten. Wichtige Themen waren Schutzfristen, der Umgang mit privaten Kopien und die Durchsetzung von Rechtsansprüchen. Trotz Meinungsverschiedenheiten ist das Vertrauen groß, dass man auf das Buch als Medium bauen kann, da man auch in Zukunft mit guten Texten überzeugen muss. Ein wichtiges Ziel ist: Die Branche muss sich auf das durch die Digitalisierung veränderte Leseverhalten einstellen.

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Frohe Gesichter gab es dann bei der Verlosung. Zehn Glückliche konnten die tollen Preise aus den Händen der Glücksfee in Empfang nehmen, darunter als Hautgewinn die kostenlose Teilnahme an E:PUBLISH - Kongress für neues Publizieren.

Besonderen Zuspruch fand die erste Gesprächsrunde »Die Karriereleiter hochscrollen?«, da hier ExpertInnen aus Verlag und Buchhandel wie Kerstin Maiazza (De Gruyter), Jakob Meiner (textunes), Frank Petrasch (Vergangenheitsverlag) und Christiane Schulz-Rother (Tegeler Bücherstube) über Ansprüche an die Fähigkeiten des Nachwuchses referierten. Es wurde deutlich, dass nicht jeder Personalverantwortliche die gleichen Anforderungen stellt. Während in manchen Bereichen technisch sehr versierte Bewerber gewünscht sind, möchten andere Chefs mit Menschen arbeiten, die flexibel, kreativ und innovativ sowie neugierig auf die Möglichkeiten der Branche sind. In jedem Fall ist es wichtig, sich authentisch zu präsentieren und eine klare Orientierung zu haben, in welchem Bereich man arbeiten möchte.

Parallel zu diesem Kreis hatten die TeilnehmerInnen wie im letzten Jahr die Chance, in Round-Table-Gesprächen mit VertreterInnen aus angrenzenden Bereichen von Verlag und Buchhandel zu sprechen. Die Auszubildenden und VolontärInnen zeigten keine Scheu und unterhielten sich angeregt mit den ReferentInnen Armin Hoferer (Unternehmensberatung), Erika Ludwig, Solvey Munk, Meinolf Röttsches (Barsortimente) und Katrin Ritte (Presseagentur).

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Wer schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, selbstständig zu werden und eine eigene Buchhandlung zu eröffnen, dem bot sich die Gelegenheit in der Gesprächsrunde »Ab morgen bin ich mein eigener Chef!« mit BuchhändlerInnen über das Für und Wider eines solchen Schrittes zu sprechen. Da für die ReferentInnen Inga Godolt (Buchhandlung Godolt), Frithjof Klepp (ocelot, not just another bookstore) und Heike Röminger (Buchhandlung Moby Dick) selbst die Neugründungen noch nicht lange zurückliegen, konnten sie ein authentisches Bild des Weges von der Idee zum Laden vermitteln.

Über »Digitale Geschäftsmodelle und ihre Folgen« diskutierte Tony Stubenrauch, Nachwuchssprecher des Börsenvereins, mit Dr. Sven Fund (De Gruyter) und Dr. Michael Treutler (Audible). Beide Referenten verdeutlichten, dass Verlage künftige Geschäftsmodelle mit den Kunden besprechen sollten, da es um deren Bedürfnisse und Wünsche ginge. Herr Treutler fügte hinzu, dass der Handel über das Internet die Kernkompetenzen der Verlage ergänzen und die Präsentation von digitalem Inhalt einen hohen Stellenwert erhalten wird.

Zum Abschluss des Tages wurden neben kulinarischen auch literarische Leckerbissen gereicht. Dank großzügiger Spenden war der Büchertisch reich gefüllt und der große Andrang machte einmal mehr deutlich, dass der Heißhunger des Branchennachwuchses aufs Lesen nur schwer zu stillen ist. Glücklicherweise gilt das ebenso für die Neugier der TeilnehmerInnen auf die Entwicklungen in »ihrer« Branche.

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die geholfen haben, das Nachwuchstreffen zu gestalten. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Dank

Ohne die Unterstützung verschiedener Partner wäre das Nachwuchstreffen in seiner jetzigen Form nicht möglich.

Wir bedanken uns für Sponsoring:
Springer Science+Business Media
SWOP
Ueberreuter
VDE Verlag

Wir bedanken uns für Bücherspenden:
Aufbau Verlag
Berlin Verlag
Berlin Story Verlag
Carl Hanser Verlag
Edition Apollon
Frank & Timme
Kiepenheuer & Witsch
Schwarzkopf & Schwarzkopf
Ueberreuter
Ullstein Buchverlage
Verlag Klaus Wagenbach