Buchhandel trifft Verlag: Konditionenmodelle

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Am 13. November lud der Landesverband Berlin-Brandenburg erneut zum Dialog zwischen Verlag und Buchhandel ein. Magrit Starick, seit 2009 erste Vorsitzende des Landesverbands, öffnete nach Ladenschluss ihre Buchhandlung in Schmargendorf für knapp 50 KollegInnen aus Buchandel und Verlag, um über das Thema Konditionen zu diskutieren. Welche Konditionenmodelle gibt es? Was ist der Vorteil von Partien? Oder sind doch Rabattstaffeln günstiger? Wie werden die Modelle im Verlag entworfen und wie viel Entscheidungsfreiheit gesteht man dem Verlagsvertreter zu?

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Einführende Impulse gab es von Ines Krüger vom Büchereck Baumschulenweg und Anne Gentes aus den Ullstein Buchverlagen. Es wurde nicht nur darüber diskutiert, welches Konditionenmodell favorisiert wird. Hier gehen die Meinungen fast so weit auseinander wie bei der Frage nach dem Lieblingsbuch. Argumente für und wieder fanden sich im Handumdrehen und ein lebhaftes Gespräch entwickelte sich von allein. Die Moderatoren des Abends, die Landesverbandsgeschäftsführer Detlef Bluhm und Johanna Hahn, mussten dafür keine Anregung geben. Alle Gäste nutzen die Gelegenheit, ihre Standpunkte zu formulieren und ihre Erfahrungen zu teilen.

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Da wurde dann auch ausgeholt und über die Verkehrsordnung, Wettbewerbsverletzung und Buchpreisbindung gesprochen. Wann müssen die Verlage eigentlich Rabatte gewähren? Müssen sie denn überhaupt? Bluhm: „Jedes Buch wird in Deutschland preisgebunden. Die Verlage können die Preisbindung nach 18 Monaten aufheben. Und die Verlage verpflichten sich als Mitglied des Börsenvereins laut Verkehrsordnung, einen auskömmlichen Rabatt zu gewähren.“ Räuspern in der Buchhandlung. „Was nun auskömmlich bedeutet, das ist nicht festgeschrieben. Glücklicherweise sind die schwarzen Schafe eine Ausnahme.“

Ein Modell, das Beteiligten gleichermaßen zufrieden stellt, wurde an diesem Abend nicht entworfen. Wer würde sich schon zutrauen, bei der Vielfalt an unterschiedlichen Sortimenten, großen und kleinen Verlagshäusern und persönlichen Präferenzen ein Modell vorzustellen, das auf Alle zugeschnitten ist? Was kann man also tun, wenn es keine Einstimmigkeit gibt? „Man kann doch immer mit uns reden“, verspricht eine Verlegerin. „Rabattmodelle sind bei uns eher Orientierungshilfen. Da bleibt oft genug Spielraum, um engagierten Buchhandlungen entgegenzukommen und ein individuelles Angebot zu machen.“