»Krisenfest«

Die Wirtschafts- und Finanzkrise, kurz Krise genannt, ist in aller Munde, auch wenn so mancher das Gerede darüber nicht mehr hören mag. Sie begegnet uns als Fanal einer als stabil erachteten und dennoch aus dem Ruder geratenen Wirtschaftsordnung, aber auch als Chance, über neue Zukunftsperspektiven nachzudenken.

Buchhandlungen und Verlage sind in Deutschland jedenfalls trotz aller Unkenrufe bisher nicht in dem Umfang von der Krise erfasst worden, wie zu vermuten war. Vielleicht liegt das daran, dass sich Bücher in der Wertschätzung der Leser großer Stabilität erfreuen – Lesen ist eben kein Luxus, auf den man vorschnell verzichten möchte. Bücher bieten Orientierung, stellen Fragen, machen das Leben transparenter, vielfältiger und somit spannender. Mit anderen Worten: man braucht Bücher, und man braucht sie gerne.

Die diesjährigen Berlin-Brandenburgischen Buchwochen möchten deshalb Flagge zeigen und ein KrisenFest feiern, mit einem Feuerwerk der Bücher den Alltag illuminieren und Buchhandlungen sowie Verlagen die Möglichkeit zur Profilierung geben – also einer Branche, die sich hoffentlich als relativ krisenfest erweist, weil sie Phantasie, Individualität und leise Aufregung im Angebot führt.